Hinter der Kreiswasserwacht liegt eine arbeitsreiche Zeit. Bei vielen Übungen, aber auch bei diversen Einsätzen, waren die Aktiven gefordert. In den vergangenen vier Jahren leisteten die Mitglieder insgesamt 142 982 Stunden – dies zeugt von großem Engagement.
Bei der Jahreshauptversammlung zog Vorsitzender Michael Schmid Bilanz über die vergangenen vier Jahre. Der Kreiswasserwacht gehören die Ortsgruppen Auerbach, Königstein, Vilseck, Hirschbach, Etzelwang, Sulzbach-Rosenberg, Hahnbach, Hirschau, Freudenberg, Amberg, Illschwang, Kastl und Vilstal-Kümmersbruck an. In den sechs Schnelleinsatzgruppen sind knapp 150 Helfer aktiv.

Zu den besonderen Höhepunkten zählte Schmid die große Rotkreuz-Nacht auf dem Amberger Marktplatz vor zwei Jahren, dabei präsentierte sich auch die Wasserwacht. Die Einführung des Digitalfunks beschäftigte die Aktiven ebenfalls sehr. Kreisvorsitzender Michael Schmid sprach von einer Mammutaufgabe.

Groß war die Freude, als die Wasserwacht im Frühjahr vergangenen Jahres eine Spende über 5000 Euro von der Sparkasse bekam. Von diesem Geld wurde für alle Ortsgruppen Ausrüstung für die Schwimmausbildung angeschafft. Viel Eigenleistung haben die Hirschauer und Hahnbacher für ihr Domizil eingebracht. In Hirschau sanierten fleißige Mitglieder die Fahrzeughalle und leisteten dafür über 1100 ehrenamtliche Stunden. In Hahnbach wurde ein Neubau errichtet. Die Wasserwacht brachte sich dafür mit über 1600 Stunden Eigenleistung ein. Michael Schmid blickte bei der Jahreshauptversammlung zudem auf die Aus- und Fortbildung zurück. Dazu gehörte eine große Zug-Übung, die über zwei Tage lief. Zunächst trainierten die Aktiven am Dießfurter See (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) Maßnahmen nach einem Hochwasser und später noch nachts an der Vils in Amberg eine Vermisstensuche. Eisrettungsübungen sowie eine Fortbildung am Fließwasser in Bad Reichenhall standen auf dem Ausbildungsplan. Gefordert waren die Amberg-Sulzbacher, als sie nach dem verheerenden Hochwasser vor vier Jahren an der Donau halfen.

Auch bei einigen Vermisstensuchen waren sie dabei. Besonders tragisch war der Einsatz an der Kainzmühlsperre im vergangenen Jahr: Dort war eine 14-Jährige bei einer Kanutour mit Freunden gekentert. Die Leiche des Mädchens wurde nach drei Tagen gefunden.

Neue Führungsriege

Bei der Neuwahl bestätigten die Mitglieder ihren Kreisvorsitzenden Michael Schmid (Ortsgruppe Hirschau). Ebenfalls wiedergewählt wurde stellvertretender Kreisvorsitzender Daniel Weidner (Hahnbach). Als technischer Leiter fungiert Franz Kurz (Vilseck-Sorghof), seine Stellvertreter sind Georg Götz (Freudenberg) und Alfons Ostler (Sulzbach-Rosenberg). Dem Vorstand gehören weiter Isabella Huber (Sulzbach-Rosenberg), Jens Günther (Vilstal-Kümmersbruck) und Daniel Reger (Hirschau) an. (Zahlen und Fakten)

Im Blickpunkt:

Wie Michael Schmid sagt, nimmt die Suche nach Vermissten im Aufgabenfeld der Wasserwacht einen immer breiteren Raum ein. Deshalb hat diese speziell dafür zwei Sonargeräte im Wert von knapp 14 000 Euro, finanziert über Spendengelder, angeschafft. Die Geräte sind bei den Ortsgruppen Auerbach und Hirschau angesiedelt. Eines ist speziell für die Suche unter Wasser, das andere, mit Wärmebildkamera und Helfer-Ortungssystem, für die Suche an Land. „Da sind wir sehr, sehr innovativ“, betonte Schmid. „Wir gehen da neue Wege.“

Nachwuchssorgen plagen die Wasserwacht nicht: Die Hälfte ihrer Mitglieder ist unter 30 Jahre alt. Ein Schwerpunkt in den nächsten Jahren könnte bei Katastrophen liegen. Wie Oliver Mignon, stellvertretender Landesvorsitzender der Wasserwacht sagte, waren 90 Prozent aller Katastrophen der vergangenen 15 Jahre im Freistaat in Verbindung mit Wasser – etwa Hochwasser oder Starkregen. „Was letztes Jahr in Simbach am Inn passiert ist, kann auch bei uns passieren“, machte Schmid deutlich: „Dafür braucht es eine starke Wasserwacht“. (san)

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